Mit dem Bezirksapostel ins neue Kirchenjahr

Bezirksapostel Klingler begann das neue Kirchenjahr mit einem Festgottesdienst am Morgen des 1. Adventssonntags im Raum Hannover. Am Nachmittag hielt er einen Festgottesdienst für die Gemeinden Northeim und Kalefeld-Willershausen. Begleitet wurde der Bezirksapostel von Apostel Burchard sowie von Bezirksämtern und Gemeindevorstehern des Kirchenbezirks Göttingen. „Advent ist es heut“ (Lied Nr. 8, neuapostolisches Gesangbuch) stimmten die 163 Gottesdienstbesucher in der bis in den Flur besetzten Northeimer Kirche zum Gottesdienstbeginn feierlich an.

Der Bezirksapostel legte dem Festgottesdienst das Bibelwort Apostelgeschichte 13,47.48 zugrunde:

„Denn so hat uns der Herr geboten: ‚Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, damit du das Heil seist bis an die Enden der Erde.‘ Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.“

Eingehend auf das Wort „Feiertag“, das sich im Sonderlied-Text des Chores in den vorgetragenen Strophen zu Beginn des Gottesdienstes wiederholte, sagte der Bezirksapostel, dass es ein Feiertag für die Seele sei, wenn man unbeschwert sein kann und den Rat des Apostels Petrus annimmt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7). Menschen sind oft ratlos, doch Gottes Liebe und Allmacht sei grenzenlos, so der Bezirksapostel.

Die Zeit des Advents beginnt mit einer Kerze und mündet am Ende in einer Fülle an Lichtern, richtete der Bezirksapostel den Blick auf das Eingangsbibelwort. Es sei ihm ein Anliegen, dass das Bibelwort Bedeutung für das neue Kirchenjahr hat. Er erläuterte die Vorgeschichte, indem er das Wirken des Apostels Paulus beschrieb. Dieser drängte sich nicht auf und wandte sich nach erster Begeisterung und späterer Skepsis bei den Juden allen Völkern und Heiden zu, die ihn schließlich freudig als Botschafter Christi annahmen. Paulus verstand sich nicht als Zerstörer alten Glaubens, sondern wollte das Heil bringen und den Weg fortsetzen, den Jesus gegangen war, so der Bezirksapostel. So ist es auch heute der Wunsch des Bezirksapostels, dass niemandem etwas weggenommen werde, sondern dass das Heil in Christus weitergetragen und das Gute gezeigt wird, anstatt etwas schlecht zu machen oder nach Äußerlichkeiten zu bewerten. Dabei spiele die göttliche Sichtweise eine entscheidende Rolle. „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“, zitierte der Bezirksapostel 1. Samuel 16, aus 7. Er berichtete von einer Aussage des Stammapostels, mit dem er kürzlich in Südafrika war, wonach dieser sinngemäß sagte, dass sich Christus durch einen jeden Einzelnen sichtbar machen möchte. Durch die Wiedergeburt aus Wasser und Heiligem Geist soll das Göttliche weitergetragen werden.

Das Menschliche zu überwinden, falle oft schwer, doch wir wollen Christus sichtbar machen, den Menschen den Weg zu Gott zeigen und sie so sehen, wie Christus sie sieht, hob der Bezirksapostel als Kernaussagen des Nachmittags hervor. Und dies gelte allen Menschen und nicht nur einzelnen Gruppen. Dabei sei die eigene innere Wirkung entscheidend, die man außen wahrnimmt. „Wir wollen uns nicht in einem anderen Licht darstellen. Unser göttliches Licht gehört zu unserem Lebenslicht“, betonte der Bezirksapostel. Die Grundlagen dieses leuchtenden Lichts lege man in der Eltern-Kind-Beziehung. Aus Sicht des Kindes sollen Eltern Teil der göttlichen Natur sein, ein Vorbild, wie sie den Weg zu Christus gehen; Eltern sollen ihre Kinder so betrachten, wie Christus sie sieht und annimmt. Mit den bekannten Worten Jesu „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes“ unterstrich der Bezirksapostel abschließend seine Aussage.

Der Bezirksapostel bat Priester Eberhard Greiner aus der Gemeinde Northeim um einen Predigtbeitrag vor seiner in diesem Festgottesdienst vorgesehenen Ruhesetzung.

Priester Eberhard Greiner

Nach einem Orgelvortrag stellte Priester Greiner seine Dankbarkeit für erlebte Kraft und Gesundheit zum Dienen heraus. Er bedankte sich bei seiner Gemeinde, die ihm ein Licht der Freude, Liebe und Hoffnung war. Priester Greiner erinnerte sich an eine Geschichte, die er einmal gelesen habe. Sie handelt von einem Adventskranz mit vier brennenden Kerzen, die den Namen Friede, Glaube, Liebe und Hoffnung trugen. Die erste Kerze bedauerte die Friedlosigkeit und erlosch. Die zweite verzagte am Unglauben. Und die dritte Kerze erlosch aufgrund der Lieblosigkeit in der Welt. Ein Mädchen sah dies und war traurig darüber. Da meldete sich die vierte Kerze, die Hoffnung, die noch brannte. Sie brachte mit ihrem Flämmchen alle anderen wieder zum Brennen. „In diesem Sinn möge der Advent in uns die lebendige Hoffnung und Erwartung auf Jesus Christus sein“, schloss Priester Greiner.

Apostel Achim Burchard

Nach einem Chorlied richtete auch Apostel Burchard noch einige Gedanken an die Festgemeinde. Er beschrieb Christus, der durch sein Wesen und seine Werke das Licht in die Dunkelheit brachte. „Wir warten täglich mit Sehnsucht auf ihn“, so Apostel Burchard. Eine Aussage des Stammapostels bezugnehmend auf die Wiederkunft Christi sei kürzlich gewesen, dass wir nicht auf ein äußeres Zeichen warten, wann dies geschehe – es sei uns alles gesagt. Jeder Einzelne aber könne Zeichen setzen – dann kommt Christus zu uns und durch uns, so der Apostel. „Die Freude, die von uns ausgeht, kehrt ins eigene Herz zurück“, versprach Apostel Burchard abschließend.

Ruhesetzung

Bezirksapostel Klingler würdigte vor der Inruhesetzung die ehrenamtliche Arbeit von Priester Greiner, der nach 40-jähriger Amtstätigkeit altersbedingt in den Ruhestand trat. Der Bezirksapostel stellte sein fleißiges, zuverlässiges und von tiefem Gottvertrauen und Liebe geprägtes Wesen heraus. In seiner Amtszeit, darunter 20 Jahre in der Gemeinde Göttingen, war er am Aufbau neuer Stützpunkte beteiligt und reiste zehn Jahre nach Belarus (Weißrussland), um die dortigen neuapostolischen Christen zu unterstützen. Darüber hinaus war er auch als Jugendbetreuer und Lehrer in den Kinderunterrichten tätig. In persönlichen schweren Zeiten begleitete ihn besonders eine Lied-Zeile: „In wieviel Not, hat nicht der gnädige Gott, über dir Flügel gebreitet.“ (aus „Lobe den Herrn, meine Seele“). Der Bezirksapostel wolle dem Priester kein „Denkmal“ setzen, sondern nur einmal über seine Werke nachdenken.

Im Festgottesdienst empfing ein Säugling durch den Bezirksapostel die Gabe Heiligen Geistes. Musikalisch gestalteten der gemeinsame Chor der beiden Gemeinden sowie Instrumentalisten und ein Quartett den Festgottesdienst. Im Anschluss verabschiedete sich der Bezirksapostel von den Gottesdienstbesuchern und nahm sich Zeit für Fotos und persönliche Gespräche.

akli. / Fotos: akli.